Tropische Orchideen

Vor zwei Jahrzehnten galt noch die Auffassung, daß Orchideen sich kaum als Zimmerpflanzen eignen, weil Ihre Kultur sehr aufwendig ist und die Pflanzen zu heikel und sehr teuer sind. Alle tropischen Exoten sind heute aufgrund der Billigimporte aus Afrika schon für wenig Geld zu haben, so daß inzwischen in nahezu jedem Haushalt zumindest eine Malaienblume zu finden ist. Sie sind zu etwas Alltäglichem geworden, trotzdem lohnt es, sich mit den interessanten Gewächsen näher zu beschäftigen.

Was wir über Orchideen schon immer wissen wollten...

Die riesige Familie der Orchideen ist entwicklungsgeschichtlich noch sehr jung und die Mitglieder haben ihre endgültige Form noch nicht gefunden. So ist die enorme Fruchtbarkeit unter den verschiedensten Gattungen zu erklären, denn es entstehen immer wieder vollkommen neue Individuen durch natürliche oder menschengemachte Kreuzungen. Es gibt etwa 25000 Wildarten, jedoch doppelt soviele Hybriden.

Die Wiege der Orchideen stand vermutlich im tropischen Asien. Heute sind sie auf der ganzen Erden verbreitet. Ausnahmen bieten nur die Wüstengebiete und die Zonen ewigen Eises. Die meisten Arten, also etwa 90%, sind in der Tropen Afrikas, Amerikas und Asiens zu finden.

Die Lebensweise ist sehr an den Standort angepaßt und daher auch verschieden. Es gibt terrestrische Orchideen, also solche, die in der Erde wachsen, aber auch solche mit epiphytischer Lebensweise. Letztere krallen sich auf Bäumen und Sträuchern fest, ohne zu schmarotzen. Andere Arten besiedeln Felsen und Felsspalten, leben also lithophytisch.

Die größte Zahl der tropischen Orchideen sind Epiphyten, weil eben genau diese Lebensweise jede Menge Vorteile bietet. Sie bietet Schutz vor Verbiß, immer genug Wasser durch die immense Luftfeuchtigkeit und außerdem sind die Pflanzen dem lebensspendenden Licht näher.




Die Pflege tropischer Orchideen bei uns zu Hause

Um es gleich vorwegzunehmen: Auch wenn die Exoten jederzeit und an jeder Ecke verfügbar sind, sind es immernoch keine Zimmerpflanzen. Sie brauchen eine ganz spezielle Umwelt, um auf Dauer existieren zu können. Ein Beispiel: Viele Arten leben mit einem Pilz an den Wurzeln zusammen. Die beiden Individuen versorgen sich gegenseitig. Es dürfte in der guten Wohnstube schwierig werden, alle miteinander verbandelten Lebewesen bei bester Gesundheit zu erhalten. So bleiben tropische Orchideen eher kurzlebige Konsumerzeugnisse.

Anders gestaltet sich die Kultur beim geneigten Liebhaber oder gar beim Spezialisten. Dort wird für die Aufzucht und Haltung schließlich auch ein ganz anderer Aufwand betrieben. Die Orchideen werden in Gewächshäuschen oder Glasvitrinen mit optimaler Klima- und Lichtsteuerung gehalten. So und nur so können auch sehr spezialisierte und heikle Arten erfolgreich kultiviert werden.

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